Stefan Lammers
Es passiert an einem Montagmorgen im Vorstandsbüro
Das Strategiemeeting läuft seit einer Stunde, die Präsentation zum großen Transformationsprojekt ist glänzend vorbereitet. Die Zahlen sehen gut aus, die Folien sind auf den Punkt, das Projektteam hat ganze Arbeit geleistet. Als der CEO in die Runde fragt, ob es noch kritische Punkte gibt, geht ein kurzer Blick durch den Raum. Der CFO räuspert sich, lobt die klare Struktur der Präsentation und stellt eine Detailfrage zu einer Kennzahl. Die HR-Direktorin betont das Engagement des Projektteams.
Der Leiter Operations sagt, er sei „grundsätzlich einverstanden“, wolle aber „ein paar Dinge später bilateral klären“. Niemand spricht das aus, was alle spüren: Das Projekt ist zu komplex, die Organisation ist nicht bereit, und das Timing ist riskant. Nach dem Meeting sagt ein Bereichsleiter im kleinen Kreis leise: „Das kann so nicht funktionieren, aber im Raum konnte ich das nicht sagen.“ Im Protokoll steht: „Breite Zustimmung, Detailfragen in der Umsetzung.“ Für den CEO bleibt das Bild einer grundsätzlichen Einigkeit und das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, aber ohne zu wissen, was es genau ist. In dieser Lücke, zwischen offizieller Zustimmung und unausgesprochener Wahrheit, beginnt meine Arbeit als Executive Companion.
Executives bewegen sich täglich in einem Umfeld, in dem Verantwortung, Geschwindigkeit und Unsicherheit präsent sind. Als Entscheider werden Sie immer wieder mit neuen beruflichen und persönlichen Herausforderungen konfrontiert. Dabei haben Sie einen hohen Leistungsanspruch an sich selbst und kennen Ihre Kennzahlen bis ins Detail.
Diese Realität beschreibt, was ich als Facing the Challenge bezeichne. Führung auf C-Level bedeutet, Herausforderungen nicht nur zu bewältigen, sondern ihnen bewusst zu begegnen – mit Klarheit, Reflexion und der Bereitschaft, auch unbequeme Fragen zu stellen.
Mit der Position wächst jedoch nicht nur die Verantwortung, sondern auch eine andere Erfahrung:
„Je höher die Rolle, desto weniger Gesprächspartner gibt es, mit denen sich Gedanken offen austauschen lassen.“
Ich arbeite seit vielen Jahren mit Entscheidern auf C-Level und habe selbst eine Position im Vorstand besetzt. Unternehmer, Vorstände und Geschäftsführer tragen Entscheidungen, die für ihre Organisationen richtungsweisend sind. Viele verfügen über hervorragende Analysefähigkeiten, starke Teams und enorme Erfahrung. Was in dieser Position selten wird, ist ein Gegenüber außerhalb der Organisation, jemand, der unabhängig zuhört, Perspektiven spiegelt und bereit ist, Dinge anzusprechen, die intern oft unausgesprochen bleiben. Diese Form des Sparrings bildet den Kern meiner Arbeit als Executive Companion.
Executive Companion
„Mein Ansatz ist durch eine respektvolle Schonungslosigkeit gekennzeichnet: klar, direkt und auf den Punkt gebracht, dabei immer wertschätzend. Ich begleite Sie aus der Komfortzone hin zum angestrebten Erfolg.“
Auf C-Level wird viel diskutiert – und dennoch bleibt manches unausgesprochen. Loyalitäten, Verantwortungsbereiche und interne Dynamiken setzen natürliche Grenzen. Mitarbeitende wägen ihre Worte ab, Kollegen im Vorstand vertreten eigene Interessen.
Für viele Executives entsteht dadurch ein Raum, in dem strategische Gedanken lange ungeklärt im eigenen Kopf kreisen.
Als Executive Companion begleite ich meine Kunden auf Augenhöhe, indem wir im vertraulichen Dialog Entscheidungen reflektieren, Perspektiven prüfen und Klarheit über die nächsten Schritte entwickeln. Dabei kann ich es mir leisten, schonungslos ehrlich zu sein.
Im Tagesgeschäft fehlt Ihnen oft die Zeit zur Reflexion. Die meisten strategischen Neuausrichtungen entstehen an Feiertagen, spät abends im Hotel oder mitten in der Nacht. Angesichts dessen bin ich für eine ausgewählte Kundengruppe rund um die Uhr 365 Tage im Jahr erreichbar. Sie rufen mich an, wenn es bei ihnen brennt.
Vor einigen Jahren eskalierte an Heiligabend in einem Unternehmen eine Situation, die niemand so erwartet hatte. Innerhalb kurzer Zeit standen mehrere Geschäftsführer vor einer Entscheidung, die nicht bis nach den Feiertagen warten konnte. Mein Telefon klingelte an diesem Abend dreimal hintereinander. Drei Geschäftsführer desselben Unternehmens – jeder mit seiner eigenen Perspektive auf die Lage, aber alle mit der gleichen Frage:
Was ist jetzt der richtige nächste Schritt?
In den Gesprächen ging es darum, die Situation zu sortieren, Prioritäten zu klären und eine Linie zu entwickeln, die für das Unternehmen tragfähig ist. Als die Gespräche beendet waren, stand die gemeinsame Entscheidung. Die drei Geschäftsführer konnten mit Klarheit in den Abend gehen – und Heiligabend anschließend mit ihren Familien feiern.
Solche Konflikte halten sich an keine Öffnungszeiten, das sind Momentreaktionen, und sie lassen sich auch nicht mit vorgefertigten Modellen lösen. Jede Organisation, jedes Führungsteam und jeder Executive bringt eine eigene Dynamik mit. Deshalb arbeite ich bewusst ohne standardisierte Blueprints und entwickle Lösungen gemeinsam mit meinen Kunden aus ihrer konkreten Situation heraus.
Praxisimpulse aus der Executive-Arbeit
Viele der wirksamsten Hebel entstehen durch bewusst gestaltete Reflexionsräume und flexible Anpassung an Ihre Situation. Obwohl ich nicht mit vorgefertigten Konzepten arbeite, zeigt sich in meiner Arbeit mit Executives immer wieder einige zentrale Prinzipien.
Strategische Denkzeit bewusst schützen
Der Kalender vieler Executives ist oft vollständig mit strategischen Themen gefüllt. Denken Sie einmal selbst an Ihre Aufgaben: Welche davon könnten Sie delegieren, damit Sie mehr Zeit für strategische Reflexion haben? Innovative Gedanken brauchen Zeit und Raum, um zu entstehen.
Perspektiven außerhalb der Organisation einholen
Die interne Sicht liefert wertvolle Informationen, doch sie bleibt Teil der bestehenden Dynamik. Externe Gesprächspartner erweitern den Blick und entlarven blinde Flecken. Viele Entscheidungen wirken im Kopf komplexer, als sie in der Realität sind. Kategorisierung, Normalisierung und Einordnung bringen Klarheit und Struktur, um nach vorn zu denken und neue Optionen zu entwickeln und ermöglichen es, die richtige Entscheidung zu treffen.
Unterschiedliche Positionen offen diskutieren
Führungsgremien profitieren enorm davon, wenn unterschiedliche Perspektiven früh ausgesprochen werden. Offen geführte Diskussionen im Sinne von konstruktivem Dissens führen zu besseren Entscheidungen und stärken gleichzeitig auf Dauer das Vertrauen im Team.
Die zentrale Herausforderung für persönliches Wachstum entsteht durch das richtige persönliche Netzwerk. Harmonisch geprägte
Netzwerke allein bringen Sie nicht in die absolute Top-Position – dafür braucht es ein wachstumsorientiertes Umfeld aus Menschen, die Sie fordern und Ihre Ideen konsequent challengen.
25 Jahre Erfahrung mit SLBB
Neben meiner Arbeit als Executive Companion bin ich Gründer der Unternehmensberatung SLBB. Seit mittlerweile 25 Jahren begleiten wir Executives und deren Organisationen bei der Entwicklung von High Performance Organisationen und Teams sowie wirksamer Führungsstrukturen.
Unser Grundgedanke ist High Performance. Die meisten Menschen implizieren mit Hochleistung viel Stress, Aufwand und Zeit. Doch es bedeutet genau das Gegenteil: Hochleistung meint, Freude daran zu haben, sich Herausforderungen zu stellen und daraus permanenten Flow zu generieren.
Management-Teams entfalten ihre höchste Leistungsfähigkeit, wenn Menschen Verantwortung übernehmen, ihre Perspektiven offen einbringen und sich gegenseitig herausfordern. Diese Dynamik entsteht dort, wo Sie als Executive ein Umfeld schaffen, in dem unterschiedliche Meinungen ausgesprochen werden dürfen und Entscheidungen transparent getroffen werden. Das nennen wir psychologische Sicherheit.
Facing the Challenge
Executives werden immer wieder mit Situationen konfrontiert, auf die sie sich nicht vollständig vorbereiten können. Entscheidend ist, dass Top-Executives Sicherheit ausstrahlen und ihre Entscheidungen bewusst treffen, sie reflektieren und durchdenken. Hierbei geht es nicht um meine persönlichen Vorlieben, sondern darum, was es braucht, etwas zu bewirken und die Organisation voranzubringen.
„Gute Entscheidungen brauchen Mut und den Raum, sie zu hinterfragen.“
Hier noch ein kleiner Einblick, was meine Kunden zur Zusammenarbeit mit mir sagen:
»Mit seiner Kompetenz als Sparringspartner auf Augenhöhe und seinem Verständnis für die unternehmerischen und persönlichen Herausforderungen, eines Vorstandes und der Unternehmensspitze, ist Stefan Lammers als Executive Companion einzigartig. Stefan challenged meine Themen sehr konsequent und bringt mich aus meiner Komfortzone heraus, damit ich mich immer wieder an der besten Version meiner selbst messe. Lösungsansätze für diese Herausforderungen entwickeln wir im engen Dialog während regelmäßiger Calls und in spontanen One-on-Ones.
24/7 – wann immer es für mich persönlich und das Unternehmen entscheidend ist. Das Ergebnis: erhöhter Fokus in meinen Entscheidungen, nachhaltige Umsetzung mit einem strategisch-klaren Blick nach vorn und großem Benefit – beruflich und persönlich.«
Oliver Schwerin | Gründer | 11teamsports
Stefan Lammers wurde von der Quantum-Redaktion und einer Wirtschafts-Jury für seine Verdienste als C-Level-Coach mit dem Quantum Lions Award of Excellence ausgezeichnet.