Inneres Chaos, schwache Entscheidungen: So räumen CEOs ihr „inneres Büro“ auf

Viele Führungskräfte funktionieren unter Dauerlast – ohne Raum für echte Selbstreflexion. Erst im ruhigen, achtsamen Dialog entsteht wieder Übersicht: Gedanken ordnen sich, Spannungen lösen sich, Entscheidungen gewinnen an Klarheit. Warum mentale Entschleunigung für CEOs kein Luxus ist, sondern eine Voraussetzung für kommende Erfolge.

Neulich schloss ein Geschäftsführer seinen Coachingtermin mit den Worten:

„Ich fühle mich erleichtert und irgendwie beschwingt. Durch unseren Dialog habe ich wieder einen klaren Blick auf meine Themen und mehr Übersicht. Es fühlt sich an, als hätte ich mein inneres Büro aufgeräumt. Das müsste eigentlich jede Führungskraft bei uns machen.“

Ich kenne diesen Geschäftsführer seit Jahren und habe immer wieder erlebt, dass er sich durch das Aussprechen seiner Gedanken gut klärt. Er spricht, reflektiert Vergangenes, entwickelt neue Ideen. Eine aufmerksame, ruhige Gesprächsatmosphäre und tiefes Zuhören sind mein Beitrag. Pausen. Stille. Nonverbales, empathisches Anteilnehmen. Gelegentlich eine gezielte Frage oder eine Zusammenfassung aus meiner Sicht.

Meine Erfahrung in achtsamer Dialogführung mit Coachingteilnehmern ist, dass ein solcher Raum für die gezielte Selbstreflexion vielschichtigen Nutzen stiften kann. Gerade bei komplexen Herausforderungen und hohen Erwartungen, die den Alltag von Führungskräften prägen, ist diese gedankliche und emotionale Entschleunigung hilfreich. Sie hilft dabei, Erfahrungen des Führungsalltags einordnen und abschließen zu können. Sie dient dazu, Konflikte und Spannungen zunächst innerlich zu bewältigen und damit mehr Souveränität im äußeren Handeln zu erlangen.

Warum Selbstreflexion in der Führung
oft zu kurz kommt

Viele Führungskräfte erleben ihre Rolle als einsam. Der Austausch mit Führungskollegen oder Vorgesetzten ist oft geprägt von Rollenmustern, Befangenheit oder eigenen Interessen. Das führt dazu, dass wichtige Themen nicht offen besprochen werden können. Auch im Privatleben ist der Austausch mit dem Partner oder der Partnerin nicht immer möglich oder angebracht.

Das „innere Büro“ aufräumen:
Mentale Überlastung vermeiden

Das „innere Büro“ wird so irgendwann zu einer „Messie-Bude“: Man verliert die Übersicht. Wird vergesslich. Eigentlich wichtige Ereignisse gehen im Wust anderer To-dos unter. Irgendwann ist der mentale Overload unausweichlich.

Selbstreflexion in professioneller Begleitung wirkt mental und emotional entlastend – wenn auch der Coach Ruhe und Tiefe ausstrahlt. Der Nutzen daraus ist kaum zu unterschätzen: Gelingt es uns, Alltagsthemen mit innerer Distanz zu betrachten, aus Reiz-Reaktions-Mustern auszusteigen und wichtige Themen in Ruhe und Klarheit anzugehen, können Entscheidungen mit einem neuen Weitblick getroffen werden. Mit der Zeit entsteht wieder das Gefühl von Aufgeräumtheit und Übersicht – wichtige Voraussetzungen für souveränes Handeln.

Vielleicht auch für Sie im neuen Jahr ein wichtiges Vorhaben: regelmäßige Reflexion mit einem guten Gesprächspartner oder Coach. Nicht die Art von schnellem Gesprächs-Ping-Pong wie beim Chatten. Sondern ruhiger Dialog und tiefes Zuhören. Lassen Sie sich darauf ein, zu erleben, wie dies Ihre Führungs- und Lebensqualität verändert. 

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