Sevira Patricia Landsberg
Neulich im IT-Unternehmen:
Eine junge, hochmotivierte Mitarbeiterin hat gerade in einem wichtigen Pro-
jekt ein entscheidendes Meeting versemmelt. Der Kunde ist unzufrieden, die geplante Roadmap passt nicht, und der Druck im Team steigt.
Die Chefin betritt den Raum, blickt ernst, doch statt mit erhobenem Zeigefinger zu mahnen, legt sie ihr Telefon beiseite, lächelt warm und sagt:
„Weißt du was?
Fehler sind manchmal die wichtigsten Lernerfahrungen. Lass uns gemeinsam schauen, wie wir jetzt das Ruder herumreißen.“
Die Mitarbeiterin atmet tief durch, ihre Schultern entspannen sich, und plötzlich scheint der Berg an Problemen weniger steil.
Diese kleine Episode aus dem Führungsalltag zeigt etwas, das viele Entscheider unterschätzen: Freundlichkeit in einer herausfordernden Situation zeigen zu können ist keine Führungsschwäche, sondern zählt zu den wertvollen Softskills einer modernen Führungskraft.
Freundlichkeit – NUR nette Worte?
In unserer heutigen Geschäftswelt, in der Zahlen, Deadlines und Leistung oft als alleinige Maßstäbe gelten, wird Freundlichkeit schnell als entbehrlich abgetan.
Doch Freundlichkeit ist keine unnötige Zuckerglasur: Aktuelle Studien zeigen auf, dass Freundlichkeit eine wichtige Rolle bei der Förderung von psychologischer Sicherheit, Resilienz und Motivation spielt.
Freundlichkeit ist eine bewusste Entscheidung
Freundlichkeit ist kein Reflex – sie erfordert Präsenz, Herzensverbindung sowie die bewusste Entscheidung, nicht im Autopiloten zu agieren. Doch dieser Aufwand lohnt sich: Durch Freundlichkeit entstehen Bindung und Vertrauen.
Gerade in Krisenzeiten ist dieser Zusammenhalt wertvoll. Mitarbeiter denken konstruktiv mit und gehen eher eine „Extrameile“ aus Überzeugung, wenn ihnen mit ehrlicher Freundlichkeit und Wertschätzung begegnet wird.
Warum Freundlichkeit Führung erfolgreicher macht
Fehlerkultur mit Humor statt Drama: Wer mit einem Augenzwinkern und einem offenen Ohr an Fehler herangeht, fördert eine Atmosphäre des Wachstums. Mitarbeiter trauen sich eher, Risiken einzugehen und Verantwortung zu übernehmen.
Motivation durch Wertschätzung:
Eine stärkende Geste der Anerkennung wirkt oft stärker als jeder Bonus. Es zeigt: Du bist gesehen und wichtig.
Stressreduktion:
Freundlicher Umgang und empathische Kommunikation können den Stresspegel im Team senken. Mit Blick auf die Kostenentwicklung durch Krankheitstage sollten Unternehmen vermeidbare Stressoren reduzieren.
Authentizität gewinnt:
Führungskräfte, die freundlich und gleichzeitig authentisch sind, überzeugen nachhaltiger als jene, die mit autoritärem Gehabe agieren.
Freundlichkeit – Kulturfaktor für zukunftsorientierte Unternehmen
Erfolg entsteht durch Menschen – und kann nicht nur zahlengetrieben
erreicht werden. Menschen gedeihen in einer Umgebung, die von Zugewandtheit und Wertschätzung geprägt ist. Dies gilt für Mitarbeiter und auch für Führungskräfte selbst: durch gelebte Freundlichkeit stärken
Führungskräfte auch ihr inneres
Gleichgewicht.